Größerer Parkplatz?: Darum könnten 1,5 Hektar Wald am Cospudener See gerodet werden

Rund 1,5 Hektar Wald könnten am Cospudener See bei Leipzig demnächst einem Parkplatz weichen. Davor warnt der gemeinnützige Verein Ökolöwe. Die für das Gebiet zuständige Stadt Markkleeberg sieht bislang keine Alternative.
„Stellplatzdefizit“ am Hafen Zöbigker
Konkret geht es um das Waldgebiet am Hafen Zöbigker an der Ostseite des Sees. Dort befindet sich auch der Hafen und ein Parkplatz, bei dem es laut Markkleebers Oberbürgermeister Karsten Schütze ein „Stellplatzdefizit“ gebe. So schreibt er etwa im Markkleeberger Amtsblatt aus dem März 2024, dass es unter den aktuellen Gegebenheiten an Entwicklungsmöglichkeiten für den beliebten Hafen fehlen würden.

Gerade im Sommer kann das Parken am Cospudener See zur Geduldsprobe werden.
Zu viel Fläche ist durch parkende Autos belegt. „Hauptziel ist die verkehrliche Neuordnung im gesamten Bereich Zöbigker.“ So soll durch den neuen Parkplatz die Hafenstraße entlastet und der Lärmschutz verbessert werden. Laut Schütze hätten sich Anwohner immer wieder über zugeparkte Wohngebiete und eine Überlastung der Hafenstraße beschwert.
Ökolöwe: Wald als „Lebensraum“ und Quell für „Frischluft“
Im Waldgebiet befindet sich bereits ein Parkplatz, dieser soll erweitert werden, um das Gebiet direkt am Hafen zu entlasten und umzugstalten. So sollen Reise- und Linienbusse den Hafen künftig leichter anfahren können. Dafür wird unter anderem eine neue Wendeschleife benötigt. Das Planungsverfahren hierfür reiche zurück bis in das Jahr 2014 und sei durch mehrere Gutachen und Beschlüsse gestützt.
Ökolöwe hingegen sagt, die bestehenden Parkplätze seien „noch nicht einmal ausgelastet“ und verteidigt den Wald als „Lebensraum“ und Quell für „Frischluft“ für Leipzig und Umland. Der Erhalt und Ausbau des Waldgebiets sei ein Beitrag zum Artenschutz und weiter heißt es, „ein Waldgürtel sorgt für Abkühlung und kann dabei helfen, die Folgen der Klimakrise abzumildern.“ Zudem sei mehr Tourismus „für den See nicht tragbar.“
Parkplatzerweiterung im Waldgebiet sei „mittelfristig vorgesehen”
Trotz anhaltender Kritik hat der Stadtrat von Markkleeberg im Juni 2025 den geänderten Flächennutzungsplan mit 14 Ja- zu 6 Nein-Stimmen beschlossen.
Ohne einen gültigen Bebauungsplan wird hier allerdings noch kein Wald gerodet. Die notwendige Genehmigung der Landesdirektion hat die Stadt bereits. Allerdings müssen dafür Ersatzflächen in mindestens doppeltem Umfang geschaffen werden.
Gegenüber der Leipziger Volkszeitung (LVZ) erklärte Markkleebergs Pressesprecher Daniel Kreusch, die Parkplatzerweiterung im Waldgebiet sei „mittelfristig vorgesehen”. Bei Ökolöwe hofft man, durch weitere Aufmerksamkeit auf das Projekt noch Einfluss auf die Rodung des Waldgebietes nehmen zu können.
Quellen: Stadt Markkleeberg (Amtsblatt 6/2024), Ökolöwe, Session Net (Stadt Markkleeberg), Leipziger Volkszeitung (paid)